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Greenpeace Energy, FÖS: Was Strom wirklich kostet

15.01.15

Kernaussage: versteckte Mehrkosten für Kohle- und Atomstrom fast doppelt so hoch wie  EEG-Umlage; Steinkohle erhielt dreimal so viel Subventionen wie erneuerbare Energieträger

Bereits 2012 hat das Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) für Greenpeace eine gleichnamige Studie erstellt (vgl. Studienzusammenfassung 4/2013). Diese wurde nun mit neuen Daten aktualisiert. Ergebnis: Die Zusatzkosten konventioneller Energieträger im Jahr 2014 sind deutlich teurer als die Förderung der erneuerbaren Energien durch das EEG. Sie betragen in den Jahren 2014 und 2015 jeweils ca. 40 Mrd. Euro, während beim EEG im Jahr 2014 erwartete 19,4 Mrd. EUR Differenzkosten auf die Verbraucher umgelegt wurden. Würde man die Belastungen des Staatshaushalts und die externen Kosten durch die konventionellen Energieträger nach EEG-Methode auf den Verbrauch der nicht privilegierten Stromabnehmer umlegen, läge diese Konventionelle-Energien-Umlage im Jahr 2014 bei umgerechnet 10,6 Cent pro kWh. Im Jahr 2015 soll dieser Wert auf 11,0 Cent steigen.

Auch bei staatlichen Förderungen werde nach eingehender Analyse deutlich, dass fossile Energieträger mehr Geld verschlingen als erneuerbare. Während die EEG-Förderung erneuerbarer Energien transparent und explizit im Strompreis ausgewiesen wird, erfolgen die staatlichen Förderungen von Atom und Kohle teils aus dem öffentlichen Haushalt, teils über Regelungen, die letztlich ebenfalls den Strompreis erhöhen (wie z.B. beim Emissionshandel). In beiden Fällenseien die Förderungen für die Verbraucher auf ihren Stromrechnungen nicht sichtbar. Zwischen 1970 und 2014 habe Steinkohle mit insgesamt 327 Mrd. Euro von der größten Gesamtsumme an staatlichen Förderungen profitiert, gefolgt von Atomenergie mit rund 219 Mrd. Euro. Erneuerbare Energien hätten erst seit Mitte der 1990er Jahre von nennenswerten Förderungen profitiert, so dass die gesamte Fördersumme der erneuerbaren Energien bei rund 102 Mrd. Euro liege. Erneuerbare Energien hätten erst nach 15 Jahren EEG den vermeintlich subventionsfreien Energieträger Braunkohle (95 Mrd. EUR) eingeholt.


Staatliche Förderung von Energieträgern in den Jahren 1970 bis 2014 (Grafik: FÖS)

Zur Studie (Januar 2015)