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IEA: Weltweiter Rückbau von AKW kostet 100 Mrd. US-Dollar - in Deutschland doppelt so viel Atommüll als bisher angenommen

18.11.14

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem neuesten World Energy Outlook vor hohen Kosten durch den Rückbau von Atomkraftwerken gewarnt. Bis 2040 würden weltweit 200 AKW in der EU, den USA, Russland und Japan stillgelegt, was Kosten in Höhe von 100 Mrd. US-Dollar verursachen (80,4 Mrd. Euro) würde. Atomenergie befinde sich auf einem weltweiten Rückzug und stelle derzeit 11 Prozent der Stromerzeugung bereit, während 1996 18 Prozent Atomstrom erzeugt wurde. Bislang fehle allerdings sowohl die Erfahrung für eine effiziente Dekontaminierung, als auch ein sicheres Atommüllendlager.

In Deutschland muss in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich etwa doppelt so viel Atommüll entsorgt werden als bisher angenommen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen unveröffentlichten Entwurf des Nationalen Entsorgungsplans. Allein die Menge des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls könnte sich verdoppeln. Bislang wurde für das geplante Atommüll-Endlager Schacht Konrad eine Abfallmenge von 298.000 Kubikmetern Atommüll prognostiziert, großteils aus dem Rückbau der Atomkraftwerke. Stattdessen gehe der Bund nun von einer Gesamtmenge der zu entsorgenden Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung von rund 600.000 Kubikmetern" aus.

Dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, kann man bereits jetzt erahnen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt steht in Deutschland kein betriebsbereites genehmigtes Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung. Das Lager Asse ist eine tickende Zeitbombe: Seit 1988 dringt kontinuierlich Grundwasser aus dem Deckgebirge in das Bergwerk ein. Zugleich verschlechterte sich die Standsicherheit des Bergwerks sukzessive durch den Druck des aufliegenden Deckgebirges und die abnehmende Tragfähigkeit des Grubengebäudes. Die Inbetriebnahme des einzigen Endlagers Konrad kann frühestens im Jahr 2022 erwartet werden, wie die Betreibergesellschaft DBE erklärt hat. Zusätzlich zu dem vorhandenen Atommüll und dem aus dem Rückbau von AKZ zu erwartenden Müll, muss ein neues Endlager für das marode Lager Asse gefunden werden. Die Kommission zur Lagerung radioaktiver Abfälle geht im aktuellen Statusbericht von bis zu 220.000 Kubikmeter nuklearem Müll in der Schachtanlage Asse aus.

Zur Originalquelle (IEA WEO-Factsheet Nuclear Power, November 2014)