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Germanwatch legt Klima-Risiko-Index 2015 in Lima vor - Swiss RE: 45 Mrd. US-Dollar für weltweite Naturkatastrophen

02.12.14

Die Umweltschutzorganisation Germanwatch stellt bei der UN-Klimakonferenz in der peruanischen Hauptstadt Lima heute Nachmittag ihren aktuellen Klima-Risiko-Index 2015 (KRI) vor. Die Erhebung nutzt Daten der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re) und enthält eine Rangliste der Länder, die 2013 am schwersten von Wetterextremen betroffen waren. Vor einem Jahr waren Honduras, Haiti, Philippinen und Pakistan am stärksten durch Wetterextreme gefährdet. Industrieländer wie Deutschland waren dagegen kaum betroffen (vgl. Studie 12/2013). Im Fokus der diesjährigen Auswertung stehen die Auswirkungen von Überschwemmungen, Stürmen und anderen Wetterextremen im Jahr 2013. Darüber hinaus analysiert der KRI, welche Länder in den vergangenen 20 Jahren am stärksten betroffen waren. Die Veranstaltung kann ab 16.30 Uhr (MEZ) via Webcast verfolgt werden. Der Ort der Klimakonferenz ist nicht zufällig gewählt: Mehr als 70 Prozent der tropischen Gletscher befinden sich in Peru. Zwischen 1939 und 2006 sind diese Gletscher zu 39 % abgeschmolzen, weil sich die Temperaturen um 0,7 Grad erhöht haben.

Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben Versicherer 2013 für die Folgen von Naturgewalten nach bisherigen Schätzungen knapp sieben Milliarden Euro an ihre Kunden gezahlt. Den größten Sachschaden in Höhe von 3,1 Milliarden Euro hätten dabei Hagelstürme von Sommer bis Frühherbst angerichtet. “Die Häufung verschiedener Wetterextreme innerhalb weniger Monate machten das Jahr 2013 zu einem außergewöhnlichen Jahr”, so GDV-Präsident Alexander Erdland. Der Versicherungskonzern Swiss RE berichtet in seiner jüngsten Sigma-Studie von weltweiten Verlusten durch Naturkatastrophen und menschenverursachten Disastern in Höhe von 45 Mrd. US-Dollar allein im Jahr 2013. In Europa führten Flutkatastrophen im Jahr 2013 zu 25 Todesfällen und erzeugten Schäden in Höhe von 11,9 Mrd. Euro wie die Zürich-Versicherung in einem Report aufsummiert (vgl. News 11/2014). Das Institut der United Nations für Disaster-Reduktion (UNISDR) sieht einen klaren Zsammenhang zwischen der Klimaerwärmung und Risiken wie Hitzewellen, Stürmen und Überschwemmungen. Das UNISDR schätzt, dass die Sterbefälle durch Hitzeextreme durch die Überalterung der Gesellschaft weiter zunehmen werden.