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Arbeitsplatz Fracking: Explosionen, Siliziumstaub und 50 Prozent mehr tödliche Lkw-Unfälle seit 2009

14.11.14

Nach einem Unfall an einem Bohrloch im US-Staat Colorado, der ein Todesopfer forderte, ist in den USA die Debatte um die Risiken des Frackings neu entflammt. Der ehemalige Republikaner Scott Cannon engagiert sich heute für die Gas Drilling Awareness Coalition, um über die Risiken aufzuklären. Er sammelt Daten, die er bei Vorträgen und in Internet-Videos veröffentlicht. Allein im Jahr 2010 seien vier Arbeiter in Montana und North Dakota ums Leben gekommen. Grund genug, das US-Institut für Sicherheit und Gesundheitsschutz (NIOSH) einzuschalten. Dieses fand in einer Feldstudie heraus, dass die Arbeiter bei Fracking-Bohrlöchern lebensgefährlich viel Siliziumstaub einatmeten und gab 2012 eine offizielle Warnung vor den Arbeitsbedingungen beim Fracking heraus. Nun meldet ein neuer Report der Anwaltssozietät Baron & Budd, dass einer der Schlüsselrisiken beim Fracking tödliche Unfälle mit Trucks seien. Die Analysten hatten Zahlen des Transportministeriums in Texas ausgewertet und kamen zu dem Ergebnis: Die tödlichen Unfälle mit Trucks seien seit 2009 durch das erhöhte Verkehrsaufkommen rund um die Bohrlöcher um 50 % angestiegen.

Die Gesundheits- und Unfallrisiken betreffen nicht nur die Arbeiter am Bohrloch, sondern auch Menschen, die im Umkreis von zwei Kilometern leben. Die Universität Yale fand heraus, dass Anwohner von Fracking-Borlöchern auffallend häufig an Atemwegs- und Hauterkrankungen leiden. Im britischen Lancashire hat eine Studie der örtlichen Gesundheitsbehörde ebenfalls wenig erfreuliche Ergebnisse gebracht: Die Angst und Unsicherheit im Zusammenhang mit Fracking könne das seelische Wohlbefinden der Bevölkerung beeinträchtigen. Eine Entscheidung über die Bohrtätigkeit wurde zunächst vertagt.

Zur Originalquelle (Baron & Budd via Businesswire, Oktober 2014)